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Forschung am WIFOP – sich im Sinne Schumpeters „schöpferisch einmischen“

von Prof. Dr. Rainer Wieland, Prof. Dr. André Betzer und Simon Funken, M.Sc.
wieland{at}uni-wuppertal.de; betzer{at}uni-wuppertal.de; funken{at}wiwi.uni-wuppertal.de

Prof. Dr. Rainer Wieland
Prof. Dr. André Betzer
Simon Funken

„Wirtschaftspsychologie und Ökonomie für den Menschen“ – so lautet das Motto des 2017 gegründeten Wuppertaler Institut für Unternehmensforschung und Organisationspsychologie, kurz: WIFOP. Initiatoren der Einrichtung sind Prof. Dr. em. Rainer Wieland, ehemals Lehrstuhlinhaber für Arbeits- und Organisationspsychologie, und Prof. Dr. André Betzer, Lehrstuhlinhaber für Finanzwirtschaft und Corporate Governance. Sie wollen zwei für die Menschen und die Ökonomie zukunftsfähige und nachhaltige Forschungs- und Handlungsfelder verbinden: die humane, ressourcenförderliche und zugleich ökonomisch erfolgreiche Gestaltung von Arbeit sowie die empirische Finanzmarktforschung mit den Schwerpunkten Unternehmensfinanzierung, Corporate Governance und Konjunkturforschung. Im Mittelpunkt des interdisziplinären Forschungs- und Gestaltungsansatzes steht die Integration arbeits- und organisationspsychologischer sowie wirtschaftswissenschaftlicher Theorien und Sichtweisen mit dem Ziel, Analyse- und wirksame Gestaltungskonzepte für den gegenwärtigen Wandel der Arbeitswelt zu entwickeln.

Angesiedelt in der Schumpeter School of Business and Economics der Bergischen Universität verfolgt das WIFOP das Ziel, Austausch und Transfer von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft in den genannten Bereichen zu stärken. Grundlage dafür ist ein Denk- und Handlungsmodell, das die Haltung der Menschen – d.h. ihre Wertesysteme, Wahrnehmungs- und Denkmuster – sowie die in der Arbeitswelt vorliegenden Verhältnisse und das Verhalten der Menschen in diesen Verhältnissen in ihrem Wechselwirkungsgefüge erforscht und bewertet. Zentrales Anliegen: sich im Sinne von Josef Alois Schumpeter „schöpferisch einzumischen“. Erste Schritte dahin finden sich in folgenden zwei Projekten:

Regionales Konjunkturbarometer

Gemeinsam mit den Stadtsparkassen Wuppertal, Remscheid und Solingen hat das WIFOP ein praxisnahes Instrument zur Erfassung der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung im Bergischen Städtedreieck geschaffen. Ziel des „Regionalen Konjunkturbarometers“ ist die wissenschaftlich fundierte und unabhängige Quantifizierung der konjunkturellen Entwicklung in der Region auf gesamtwirtschaftlicher Basis sowie für einzelne Branchen. Ähnlich der Methodik bundesweit erhebender Wirtschaftsforschungseinrichtungen wie dem Münchener ifo Institut oder dem ZEW aus Mannheim werden quartalsweise im Bergischen ansässige Unternehmen zu ihrer aktuellen wirtschaftlichen Lage sowie ihren Erwartungen zur wirtschaftlichen Entwicklung in den nächsten sechs Monaten befragt. Durch das regionale Beschäftigungsbarometer werden zusätzlich die Personalplanungen in diesem Zeitraum erfasst, um auch Entwicklungen des lokalen Arbeitsmarktes abzubilden.

Die Ergebnisse der Befragungen werden in einem vierteljährlich erscheinenden Konjunkturreport zusammengefasst und durch die Wissenschaftler des WIFOP kommentiert. Ergänzt wird das Konjunkturbarometer durch Interviews mit Unternehmerinnen und Unternehmern aus der Region sowie Expertinnen und Experten der Bergischen Universität. Auf der Webseite des Regionalen Konjunkturbarometers sind die Ergebnisse öffentlich und kostenfrei abrufbar. Gerade Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Region erfahren so zeitnah, wie sich die wirtschaftliche Lage verändert und wie sie die daraus abgeleiteten Erkenntnisse nutzen können, um unternehmerische Investitions-, Produktions- und Beschäftigungsentscheidungen daran anzupassen. Zudem können die Ergebnisse des Regionalen Konjunkturbarometers als objektiv beurteilte Anhaltspunkte für wirtschaftspolitische Diskussionen auf kommunaler Ebene dienen.

Arbeit 4.0 – Zur Psychoökonomie zukünftiger Arbeit

Der technologische Wandel, der gegenwärtig in Bezeichnungen wie Arbeit 4.0, „industriebasierte Digitalisierung“ und „smart services“ seinen Ausdruck findet, hat die Art und Weise, wie menschliche Arbeit organisiert ist, grundlegend verändert. Der rasche Wechsel von Produkten, Produktions- und Dienstleistungsprozessen macht ein hohes Maß an räumlicher und zeitlicher, vor allem aber auch inhaltlicher Flexibilität erforderlich. Die Volatilität, d.h. die Veränderungsgeschwindigkeit, die Ungewissheit, Unsicherheit und die Nicht-Berechenbarkeit von Ereignissen nehmen rapide zu; ebenso haben die Komplexität der Zusammenhänge und die Ambivalenz in der Arbeitswelt deutlich zugenommen (sog. VUKA-Welt). Die benötigte Flexibilität betrifft dabei sowohl die ökonomischen und technologischen Ressourcen als auch die Humanressourcen. Welchen Status haben letztere in den Unternehmen der Region?

Dies wollen die Wissenschaftler des WIFOP künftig erforschen, indem sie das Regionale Konjunkturbarometer um Fragen zur Entwicklung eines „Regionalen Humanressourcen-Barometers“ ergänzen wollen. Konjunkturelle Zukunftserwartungen sind ein wichtiger Indikator für unternehmerische Einschätzungen und Entscheidungsoptionen; die verfügbaren Humanressourcen bilden die notwendige Basis für deren Realisierung. Wir wissen gegenwärtig noch nicht, wie sich die Arbeitswelt in Zukunft entwickeln wird; wir wissen aber viel über die psychische Funktionsweise des Menschen und welche Bedingungen dazu beitragen können, die Arbeit human und zugleich erfolgreich zu gestalten.

Das WIFOP wird von einem vierköpfigen Vorstand geführt, der gegenwärtig aus den folgenden Wissenschaftlern der Bergischen Universität Wuppertal besteht:

• Prof. Dr. Rainer Wieland (Vorsitzender), ehemals Lehrstuhlinhaber für Arbeits- und Organisationspsychologie

• Prof. Dr. André Betzer (Stellvertretender Vorsitzender), Lehrstuhlinhaber für Finanzwirtschaft und Corporate Governance

• Jun.-Prof. Dr. Markus Doumet, Lehrstuhl für Finanzwirtschaft und Corporate Governance

• Dr. Mike Hammes, Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie

www.wifop.uni-wuppertal.de